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Abruzzo

Cerrano
       Cerrano - Archivio di APTR
Die für ihre Gastfreundlichkeit berühmten Abruzzen sind in jeder Jahreszeit ein ideales Urlaubsziel. Im Sommer bieten sie den Familien einen 133 km langen Küstenabschnitt, an dem sich goldfarbener Sandstrand mit kühlen Pinienwäldern, Klippen, Landzungen und Kiesbuchten sowie breiten Sandstränden abwechseln. Jede Jahreszeit eignet sich bestens zur Erkundung der Abruzzen und ihrer üppigen Natur. In den Bergen sind Ovindoli und Roccaraso die bevorzugten Ferienziele der Familien. Hier kann man sämtliche Wintersportarten betreiben und die typische Gastronomie der Abruzzen genießen. Außerdem zählen die Abruzzen mit den Naturparks und Naturreservaten, die sich bestens für Ausflüge auf der Suche nach den Schönheiten der Natur und der heimischen Tierwelt eignen, zu den grünsten Regionen Europas.




Die Südküste von Ortona bis San Salvo ist an vielen Stellen von Klippen und kleinen Buchten mit schönen Kiesstränden zerklüftet, das ideale Ambiente, um sich mit Tauchermaske und Flossen ausgerüstet das quirlige Unterwasserleben im glasklaren Meer zu „erschnorcheln”.  Die sanften Buchten von Venere und Vasto begeistern die Urlauber mit ihren weitläufigen Sandstränden. Von Juni bis September sind Hunderte Beherbergungsbetriebe entlang der gesamten Küste bestrebt, alle Wünsche der Touristen zu erfüllen, die die Abruzzen als Urlaubsziel wählen. Ergänzt wird dieses Nächtigungsangebot durch Sportzentren, Agrotourismusbetriebe, Reiterhöfe und Wasserparks, wie Aqualand in Incoronata, einem Ort in der Provinz Vasto, der als größter Wasserpark Mittel- und Süditaliens gilt, und der Acquapark Ondablu in Tortoredo Lido in der Provinz Teramo.
Allen, die Sport, Natur und Vergnügen miteinander verbinden wollen, bietet das Meer der Abruzzen unzählige Möglichkeiten: Wellenreiten am Surfbrett, Kanufahren entlang der einsam gelegenen Küsten, Tauchen am felsigen Meeresgrund der Südküste oder Segeln entlang der Küste, an der ständig eine leichte Brise weht.
Von den Häfen Ortona und Vasto aus kann man auch Tagesauflüge mit dem Boot zu den wunderschönen Tremiti-Inseln, ein Meeresnaturschutzgebiet, unternehmen.
Eine Besonderheit, die es nur an der Küste der Abruzzen gibt, sind die Trabocchi. Dabei handelt es sich um Plattformen, gestützt von langen Holzpfählen, von denen aus der Fischer sein Netz ins Meer wirft.  


An der Küste zählt Giulianova, in der Provinz Teramo, zu den von Familien am häufigsten besuchten Urlaubsorten. Die Stadt untergliedert sich in den modernen Stadtteil Giulianova Lido, der sich entlang der adriatischen Küste erstreckt, und dem oberen Teil, Giulianova Alta, mit dem Stadtzentrum, das im 14. Jahrhundert auf der Hügelspitze errichtet wurde. Giulianova, eine der sieben Schwestern entlang der Küste, ist stolz auf seine Blaue Flagge, die europäische Auszeichnung, die der Ort für sein klares und sauberes Wasser erhielt.


Im historischen Stadtkern sollte man unbedingt dem Wachturm "Il Bianco" (der Weiße), einem der größten Überreste der alten Stadtmauern, einen Besuch abstatten; ebenfalls sehenswert sind die Kirche Santa Maria a Mare, deren Ursprung vermutlich auf die Zeit vor dem 12. Jahrhundert zurückgeht, die Wallfahrtskirche „Madonna dello Splendore" und die Kapelle De‘ Bartolomei mit Flachreliefen und Skulpturen von Pagliaccetti.

Trabocco con fiori sulla spiaggia
                Archivio di APTR

Martinsicuro (TE) ist ein bekanntes Badezentrum am Meer mit sehr alten Wurzeln, wie einige archäologische Ausgrabungen belegen, bei denen Ruinen einer großen protohistorischen Siedlung freigelegt wurden, die auf den Zeitraum zwischen der Bronzezeit und der frühen Eisenzeit (1000-800 v.Chr.) zurückgeht, Die Stadt ist ein modernes Bade-, Handels- und Touristikzentrum, besonderes Augenmerk wird aber auf Grünflächen und die Natur gelegt. Ein Beweis dafür sind unter anderem die beiden Biotope in Martinsicuro und Villa Rosa. Es handelt sich dabei um eines der ersten Beispiele für die Nachbildung der Dünenlandschaft in den Abruzzen. Dank des sauberen Wassers wird Martinsicuro bereits seit 7 Jahren mit der Blauen Flagge ausgezeichnet, eine echte „Qualitätsmarke” des touristischen Angebots dieses Badeortes. Die wunderschönen Sandstrände, das saubere Wasser, die weitläufigen Radwege und die Strandpromenade mit vielen kleinen Märkten und Spielparks machen aus  Martinsicuro-Villa Rosa den idealen Urlaubsort im Zeichen der Erholung und des Vergnügens. Zu den sehenswerten historisch-kulturellen Schauplätzen zählt vor allem der Wachturm von Karl dem V., der auf das Jahr 1547 zurückgeht und auf Wunsch von Martin de Secura, dem Gesandten von Peter von Toledo errichtet wurde.

Trotz der starken Ausrichtung auf den Badetourismus spricht die Küste von Teramo auch alle an, die den Kontakt mit der Natur suchen. Alle, die gerne die naturbelassene Landschaft genießen, sollten den wilden, unberührten Küstenabschnitt zwischen Giulianova und Roseto degli Abruzzi besuchen, oder den Strand von Pineto, der von majestätischen Mittelmeerpinien geprägt ist. Eine unverfälschte Natur, wo Bären und Wölfe, Adler und Gämse, Ottern und Luchse die dichten Buchenhaine, die Steilhänge der Gebirgsmassive Majella und Gran Sasso im Nationalpark der Abruzzen, die Laga-Berge oder die Gebirge des Nationalparks Velino-Sirente bewohnen, erklimmen oder überfliegen.


An der Trabocchi-Küste im äußersten Süden der Abruzzen befindet sich Vasto, eine Küsten-, aber auch Kunst- und Kulturstadt. Die zahlreichen archäologischen Ausgrabungskampagnen haben viele Spuren der antiken Vergangenheit ans Licht gebracht, wie die prächtigen, mit wunderschönen Mosaiken verzierten Thermen, die auf das 2. bis 3. Jahrhundert nach Christi zurückgehen. Im historischen Stadtkern findet man auch deutliche Spuren des römischen Amphitheaters und die Reste der Zisternen der Hl. Chiara. Zu den bedeutendsten Bauten aus der Zeit des Mittelalters zählt die Caldoresco-Burg, die im Laufe der Jahre durch zwei zylindrische Türme und drei eckige Bollwerke bereichert wurde. Sehenswert ist auch der Avalos-Palast, die ehemalige Residenz der Adelsfamilie Avalos, eines der bedeutendsten Beispiele für die Renaissance-Architektur in den Abruzzen.  

Vasto Marina besitzt einen riesigen, flach ins Meer abfallenden, goldfarbenen Sandstrand, ideal für Familien mit Kindern. Das Naturreservat Punta d'Erce mit der gleichnamigen felsigen Landzunge, eingerahmt von vielen schönen Kiesstränden, ist die spektakulärste Ecke der abbruzzesischen Küste. Hier ist die Natur noch wild und unberührt. Die kulinarischen Genüsse, die Vasto zu bieten hat, sind geschmackvoll und unverfälscht, besonders köstlich schmeckt die Fischsuppe.


Zu den längsten Schluchten Italiens zählt die Schlucht von San Martino, ein richtiger Canyon, der mit seinen 14 Kilometern Länge und den steil abfallenden, sehr engen Wänden bis zum Gipfel des Monte Amaro führt, mitten ins Herz des Majella-Gebirgsmassivs. Zur Schlucht gelangt man bequem über das Dorf Fara San Martino (ein Dorf mit langobardischen Wurzeln, an den Osthängen des Majella-Massivs gelegen, das heute als Welthochburg der Pastaherstellung gilt, denn hier haben einige der International angesehensten Nudelproduzenten Italiens ihren Sitz).


Camosci
  Archivio di APTR


Der Regionalpark Sirente-Velino liegt etwas mehr als eine Stunde von Rom entfernt und ist von jedem Ort der Abruzzen leicht zugänglich. Das Gebiet ist bei den Skifahrern durch die Pisten von Ovindoli und Campo Felice bekannt, zieht aber auch viele andere Ausflügler an. Neben dem natürlichen Lebensraum vieler Spezies bewahrt der Park auch interessante Spuren seiner Vergangenheit: archäologische Bereiche, Türme und Burgen, mittelalterliche Dörfer, Klöster und Pfarrkirchen sind heute noch gut erhalten.


Das Felsmassiv des Gran Sasso ist bei Wanderern, Bergsteigern und Skifahrern sehr beliebt.
Weniger bekannt sind die Laga-Berge, durch die großen Wassermengen im Frühjahr ein einzigartiges Naturschauspiel. Zwischen diesen Bergen befindet sich das größte künstliche Becken Europas: der Campotosto-See, wo die Zugvögel einen sicheren und ruhigen Rastplatz auf ihrem Weg in den Süden finden. Die seit 1995 unter Naturschutz stehenden Massive eignen sich hervorragend für eine Reise in die Natur und die Tradition der Abruzzen.
Der Majella-Naturpark hat nicht nur eine eindrucksvolle, unberührte Natur zu bieten, sondern auch historische Zeugnisse, wie prähistorische Siedlungen, Einsiedeleien, Schäferinschriften, Höhlen und kleine Festungen, die von Räubern und Soldaten genutzt wurden, und nicht zu vergessen die zwischen Feldern und Wiesen gelegenen Tholos-Hütten.


Die Küche der Abruzzen bietet mit ihren mediterranen Zutaten und Aromen und ihren von Bauern und Hirten übernommenen Rezepten eine Vielfalt an Gerichten und einzigartigen Genüssen. Bei den Vorspeisen sind neben den berühmten Maccheroni alla chitarra (wörtlich: Gitarren-Makkaroni) auch die scrippelle ‘mbusse erwähnenswert– dünne leicht mit Pecorinokäse und Zimt bestreute Pfannkuchen, die mit Hühnerbrühe übergossen werden. Bei Fleischgerichten sind die Arrosticini, kleine Spieße aus Schaffleisch, gegrillt auf Holzkohle, die Lammkutteln und die Matassine oder Torcinelli, gegrillte Innereien vom Lamm, weit verbreitet. Am Küstenstreifen der Abruzzen hingegen regiert der Fisch. Typisch für die Region ist vor allem die Fischsuppe.
Zu den typischen Wurstwaren der Region zählt vor allem die Aquila-Salami (mager, feinkörnig, flach und gut abgehangen), der geräucherte Schinken von Introdacqua und Cansano, die würzige Mortadella von Campotosto und die weiche Ventricina, ein Wurstaufstrich aus den Bergen in der Gegend von Teramo. Zu den typischen Süßspeisen der Abruzzen zählen: die Osterpizza, ein Fladenbrot aus Hefeteig, das in der Osternacht in den Kirchen geweiht wird; die Ferratelle (oder Neole oder Pizzelle), Waffeln für Hochzeiten, in die die Initialen der Brautleute und das Hochzeitsdatum eingeritzt werden, die Pralinen von Sulmona (in Sulmona gibt es auch das Museum der Kunst und Süßwarenherstellung), die Calgiunitti, kleine gebackene Teigkissen mit Marmeladenfüllung, und die Ci cerchiata, ein Ringkuchen.

 

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